Hohenkirchen, 20.04.2023. Aufgrund der angespannten Lage im Energie- und Gasversorgungssektor rücken aktuell Schulen angesichts ihres relativ hohen Energieverbrauchs zunehmend in den Fokus der Energiewende. Das von der Metropolregion Nordwest geförderte Projekt Wind.EnergieAutarke Schulen soll durch eine Ausstattung von Schulgebäuden mit vertikalachsigen Windkraftanlagen die Basis für die Energieautarkie von Schulgebäuden legen. Die innovativen und patentierten Komponenten der Anlagen wurden von einer Forschungsgruppe der Constructor University Bremen entwickelt und sollen, mittels innovativer Fertigungstechnologie im 3D-Druck, kosteneffizient produziert, und an der Oberschule Hohenkirchen im Wangerland erstmals in größerem Maßstab erprobt werden.
Der innovative Charakter dieses expliziten Anwendungsprojektes besteht laut Peter Hoffmeyer, 1. Vorsitzender der Metropolregion Nordwest, vor allem in der Entwicklung einer kosteneffizienten Lösung sowie der Projektierung an einer öffentlichen Liegenschaft: „Wir schaffen eine Blaupause für die effiziente eigene Energieversorgung öffentlicher Gebäude, deren Energiebedarf mit anderen erneuerbaren Energiequellen vor Ort nicht gedeckt werden kann. Das liegt beispielsweise an Genehmigungsrestriktionen oder Einschränkungen in der Effizienz.“
„Wenn die Anwendung der vertikalachsigen Windkraftanlagen wie geplant funktioniert, ist das Projekt modellhaft für viele andere Schulen und Gebäude“ erklärt Herr Rolf Neuhaus, Fachbereichsleiter für Planung, Bauordnung und Gebäudemanagement im Landkreis Friesland. „Das einzigartige, geschützte Design der vertikalachsigen Windkraftanlagen ermöglicht eine Energieproduktion im bebauten Raum und das bei geringsten Entstehungskosten. Mit solchen smarten Lösungsbausteinen packen wir die Energiewende vor Ort an und ermöglichen eine noch breitere Windenergiegewinnung.“
„Wir haben über ein Jahrzehnt an der Entwicklung und ständigen Optimierung einer vertikalachsigen Windkraftanlage gearbeitet, um smarte Lösungen für die urbane Energieerzeugung zu liefern“ erklärt Herr Prof. Dr. Yilmaz Uygun von der Constructor University Bremen. „Aufgrund der komplexen Form der Anlagen mussten wir auch neue Wege in der Herstellung gehen, so dass wir einen der größten 3D-Drucker mit hergestellt haben, um die Anlagen weitestgehend unabhängig von globalen Lieferketten direkt vor Ort produzieren zu können.“
Über den Förderfonds der Länder Bremen und Niedersachsen
Der Förderfonds, der zu gleichen Teilen aus Mitteln der Länder Bremen und Niedersachsen gespeist wird, ist das zentrale Instrument zur Förderung innovativer, regionaler Kooperationsprojekte der Metropolregion Nordwest. Ausgestattet mit jährlich mindestens 520.000 Euro trägt der Fonds dazu bei, die regionalen Akteure aus Wirtschaft, Wissenschaft und Kommunen zu vernetzen und herausragende, länderübergreifende Leuchtturmprojekte zu initiieren.
Auf dem Bild v.l.n.r.
- Herr Rolf Neuhaus, Fachbereichsleiter für Planung, Bauordnung und Gebäudemanagement im Landkreis Friesland
- Frau Nicola Illing, Geschäftsführerin der Metropolregion Nordwest
- Herr Heyo Kemper, Schulleiter der Oberschule Hohenkirchen
- Herr Prof. Dr. Yilmaz Uygun, Constructor University Bremen
- Herr Ünal Alpaslan, Fachbereich Planung, Bauordnung und Gebäudemanagement im Landkreis Friesland
