Bassum, 12.05.2022. Allein in der Metropolregion Nordwest wird der Abfall von mehr als einer Million Menschen entsorgt. Auch wenn vielerorts bereits Bioabfallsammlungen zur Mülltrennung genutzt werden, finden sich noch immer signifikante organische und mineralische Bestandteile in Restabfällen privater Haushalte sowie im Feinkorn aus Gewerbeabfallsortieranlagen. Diese Bestandteile werden bislang mit dem Restabfall in Müllheizkraftwerken oder auf Deponien beseitigt und gehen damit für eine höherwertige Verwertung verloren.
„In dem von der Metropolregion Nordwest geförderten Projekt entwickeln nun die AbfallWirtschaftsGesellschaft mbH in Bassum, die AbfallService Osterholz GmbH, die GiB Entsorgung Wesermarsch GmbH, die Nehlsen AG und das Institut für Energie und Kreislaufwirtschaft an der Hochschule Bremen GmbH ein Verfahren, um diese gigantischen Abfallmengen und die darin enthaltenen Stoffe effektiver zu trennen und möglichst große Anteile zu verwerten“, führt Nicola Illing, Geschäftsführerin der Metropolregion Nordwest, aus.
„Eine qualitativ effektive Trennung von Abfallinhaltsstoffen gilt als Voraussetzung für die Wiederverwertung von organischen und mineralischen Substanzen. Durch die Kooperation von vier regionalen Abfallentsorgern werden verschiedene Müllentsorgungssysteme berücksichtigt. Dies erhöht die Wahrscheinlichkeit der Übertragbarkeit der Ergebnisse“, ergänzt Landrat Cord Bockhop des Landkreises Diepholz. „Wir freuen uns über die hohe finanzielle Beteiligung der Wirtschaft, die die Relevanz des Themas und den Handlungsdruck unterstreicht.“
„Mit Stoffstromanalysen in der gesamten Region können wir das Klima- und Ressourcenschutzpotenzial der zu entwickelnden Verfahren quantifizieren“, erklärt Herr Sebastian Koch von der AWG in Bassum. „Damit sollen perspektivisch Ressourcen eingespart und im weiteren Schritt nachhaltige Energie gewonnen werden.“
„Aus den zu untersuchenden Abfällen können Verwertungspotenziale ermittelt und daraus neue technische Möglichkeiten der Abfallbehandlung abgeleitet werden“, führt Herr Professor Dr. Wittmaier von der Hochschule Bremen fort. „Im Projekt soll beispielsweise daran geforscht werden, wie in der Region durch die Aufbereitung von Gewerbeabfall erneuerbare Energie erzeugt werden kann. Damit können wir die CO2-Bilanz in der Abfallwirtschaft erheblich reduzieren.“
Über den Förderfonds der Länder Bremen und Niedersachsen
Der Förderfonds, der zu gleichen Teilen aus Mitteln der Länder Bremen und Niedersachsen gespeist wird, ist das zentrale Instrument zur Förderung innovativer, regionaler Kooperationsprojekte der Metropolregion Nordwest. Ausgestattet mit jährlich mindestens 520.000 Euro trägt der Fonds dazu bei, die regionalen Akteure aus Wirtschaft, Wissenschaft und Kommunen zu vernetzen und herausragende, länderübergreifende Leuchtturmprojekte zu initiieren.
Auf dem Bild v.l.n.r.
- Prof. Dr. Martin Wittmaier, Institut für Energie & Kreislaufwirtschaft an der Hochschule Bremen,
- Sebastian Koch, AbfallWirtschaftsGesellschaft mbH in Bassum,
- Nicola Illing, Metropolregion Nordwest,
- Cord Bockhop, Landrat des Landkreises Diepholz.

