Oldenburg. Schöpfwerke an der Strombörse, Kläranlagen in virtuellen Kraftwerken, smarte Feldbewässerungen oder die Wärmerückgewinnung aus Abwasser. Zwischen der Energie- und Wasserwirtschaft gibt es viele Schnittstellen und erste Projekte mit beachtlichen Ergeb-nissen. Der Oldenburger Energiecluster OLEC e.V. bringt beide Seiten am 2. und 3. Novem-ber zum ersten Mal mit einer sektorübergreifenden Konferenz zusammen. Auf der zweitägigen Veranstaltung in Oldenburg wird es um die Potenziale, aber auch um die Nutzungskonflikte zwischen den Branchen gehen.
Anmeldungen zur Tagung sind unter www.energiecluster.de/jahrestagung bis zum 26. Okto-ber möglich.
Gefördert wird die zweitägige Veranstaltung „Crossing Sectors – Energie- und Wasserwirt-schaft intelligent verknüpfen" von der Metropolregion Nordwest, der Stiftung Gewässerschutz Weser-Ems, der ARSU GmbH sowie der Bremer Landesbank. Schließlich hat Niedersachen einige Superlativen zu bieten. In keinem Bundesland werden mehr Feldfrüchte künstlich be-regnet und 35 Prozent aller bundesdeutschen Gewässer liegen zwischen Ems und Elbe. Gleichzeitig steigen die Nutzungskonflikte etwa durch Nitratbelastungen aus der Landwirt-schaft und die Stromkosten in der Wasserbranche. Das betrifft vor allem Unternehmen und Verbände aus der Trink- und Abwasserwirtschaft, weil für die Reinigung und Bereitstellung der natürlichen Ressource sehr viel elektrische Energie und Wärme benötigt wird. Allein in Niedersachsen gibt es 114 Unterhaltungsverbände und 489 kommunale Kläranlagen.
„Die Tagung greift ein wichtiges Zukunftsthema auf, dass natürlich auch die Metropolregion Nordwest und den Klimawandel betrifft. Wir haben eigentlich genug Wasser, aber die Bedarfe steigen und die Verteilung wird anspruchsvoller. Wir erhoffen uns von der Konferenz einen Impuls für innovative Ansätze und Projektideen und eine engere Vernetzung von Wasser- und Energiewirtschaft", so Landrat Jörg Bensberg, Erster Vorsitzender der Metropolregion Nordwest.
Auf der Konferenz werden dazu praktische Beispiele vorgestellt. Ein großes Interesse hat die Energiewirtschaft an Schöpfwerken. Diese lassen sich in Abhängigkeit von Pegelständen und Gezeiten flexibel fahren und vor allem große Anlagen haben einen hohen Strombedarf, wenn sie die Wassermassen über die Deiche pumpen. Weil diese flexiblen Eigenschaften an der Strombörse gefordert sind, gibt es erste Projekte mit Schöpfwerken. „Wenn viele Anla-gen in einem Pool gebündelt werden, werden sie für den Strommarkt interessant. Sie könn-ten zum Beispiel Regelenergie zur Verfügung stellen und die Verbände profitieren von güns-tigeren Stromtarifen", sagt Roland Hentschel, erster Vorsitzender des OLEC.
Dafür müssen noch die rechtlichen Rahmenbedingungen geprüft und die IT-Kommunikationsstrukturen angepasst werden, damit die Signale aus dem Strommarkt auch in den Pumpen ankommen.
Ein anderer Fokus liegt auf Kläranlagen, die über Blockheizkraftwerke für die Verstromung von Faulgasen verfügen und deren elektrische Aggregate sich in ein Lastmanagement ein-binden lassen. Auch hier geht es darum, die Anlagen in Pools für die Vermarktung von Flexi-
bilitäten zu bündeln, in virtuelle Kraftwerke einzubinden oder sie energieautark umzubauen. Dazu werden auf der Konferenz erste Beispiele aus Kaiserslautern, Gelsenkirchen und von der EWE VERTRIEB GmbH präsentiert.
Die OLEC-Jahrestagung 2016 wird unterstützt durch:
Projektförderer OLEC Jahreskonferenz© OLEC
Der Oldenburger Energiecluster ist in Niedersachsen das führende technologieübergreifende Energienetzwerk, zu dem renommierte Unternehmen und Institute gehören. Unterstützt wird die Veranstaltung auch vom Wasserverbandstag, dem 950 Verbände angehören.
Für weitere Fragen steht Clustermanagerin Isabelle Gawenat zur Verfügung.
Kontakt: 0441-36116 565, Isabelle.Gawenat@energiecluster.de
Quelle: Pressemitteilung OLEC